Ich kann Euch dieses Gefühl heute nicht beschreiben…. Ich war im Mittelmeer schwimmen, und das Wasser war … perfekt… die Sonne. In der eigenen Heimatstadt zu starten, und bis zum Mittelmeer zu laufen – ich realisiere es selbst noch nicht wirklich. Ich habe gerade ein sehr gutes Abendessen – und sonst möchte ich mit Euch heute nur Bilder teilen, muss mich selbst erstmal sortieren.
Schön und traurig zu gleich, das Ziel des Mittelmeers kommt immer näher. Heute bin ich in Cormons, nettes Städtchen mitten im Weingebiet. Und so bin ich heute den ganzen Tag durch Felder von Reben gewandert, die Alpen im Rücken. Auf der einen Seite freue ich mich auf das Ziel (manchmal wache ich nachts auf, und habe keine Ahnung wo ich bin…) aber irgendwie…. irgendwie auch schade anzukommen… der ein oder andere von Euch kann das sicher nachvolziehen… Heute war auf jeden Fall super Wetter, eine sehr, sehr schöne Tour.
Die Berge hatte ich hinter mir gelassen und heute ging es über Nebenstraßen und Schotterwege nach Cividale del Friuli.
Wie man sieht, waren die Wege sehr unterschiedlich, und ich musste mich nur einmal durchs Gehölz arbeiten. Am Wegesrand waren immer wieder tolle alte Villen.
Ich lief die knapp 30 km in weniger als sechs Stunden, und so konnte ich noch eine Siesta machen bevor ich mir die wirkliche schöne Stadt ansah.
Und typisch Italien: man läuft um die Ecke und plötzlich bebt das Leben!
Heute früh fuhr ich 20 Minuten mit dem Bus nach Süden, nach Gemano del Friuli. Sonst hätte ich an der Bundesstraße langlaufen müssen und das wollte ich nicht. Mein Plan, war es, im Bus eine Fahrkarte zu kaufen. Naja, der Busfahrer sprach nur italienisch, und machte mir verständlich, dass ich an der Hintertür einsteigen müsse und es bei ihm keine Fahrkarten gibt.
Naja, ich hatte es dann tatsächlich übers Internet hinbekommen, eine Fahrkarte zu kaufen (mir erzählte aber später ein Italiener, dass es wegen Corona seit einem Jahr keine Kontrollen gibt, und den Busfahrern das eh völlig egal sei…).
In Gemano lief ich erstmal 20 Minuten ins Stadtzentrum. Naja, muss man nicht hin.
Ich wollte auf den Monte Cuarnan steigen, da ich die Theorie hatte, im Norden die Alpen zu sehen, und im Süden das Flachland. Doch es wurde noch viel mehr.
Ich ging – wieder mal – einen abenteuerlichen Weg und arbeitete mich nach oben.
Wegen Corona war die Biwakh
Ich kam um die Ecke auf den Sattel und konnte bis zum Horizont nach Süden blicken.
Doch moment mal, was schimmert da zum Teil am Horizont? Ist das das Mittelmeer??????
Da ich mir noch immer unsicher war. fragte ich einen Italiener. Seine Antwort: Ja, da drüben siehst Du Triest, imd rechts Venedig, geradezu Grado.
Unglaublich, damit hatte ich gar nicht gerechnet, und das Gefühl, dieser Moment – unbeschreiblich. Ich kann Euch das leider nicht weitergeben, das muss man selbst erlebt haben.
Ich blieb recht lang, und unterhielt mich mit dem Italiener. Der Paraglider hier auf dem nächsten Foto, der war einer der ersten fünf Paraglider Italiens.
Ich stieg auf zum Gipfel und wurde wirklich belohnt.
Aber irgendwann, muss man leider auch wieder runter…
Der Weg war teilweise durchaus anspruchsvoll, aber schließlich kam ich im Ort an, und musste hier an meine Katzen denken… So relaxt.
Heute bin ich durch das lange, s-förmige Tal gelaufen. Das Wetter war besser wie erwartet. Der Weg ging entlang des Alpe Adria Radweges. Dabei durchquerte ich einige Tunnel – so dass ich ganz froh war, meine Stirnlampe dabei zu haben (vor allem als rotes Licht für die Radler von hinten…)
Heute früh steckte mir der gestrige Tag dann doch in den Knochen. Die letzten beiden Tage waren ja recht lang gewesen. Der Wetterbericht war für heute ziemlich regnerisch – und da ich ein super tolles („Familien“) Zimmer hatte, wollte ich noch eine weitere Nacht bleiben. Nur leider war nichts frei in dem Hotel. Man empfahl mir ein anderes Hotel im Ort, aber ich dachte mir: Naja, wenn ich schon menen Rucksack wieder packen muss, dann kann ich auch noch ein paar Kilometer laufen. Und so lief ich entlang eines alten Pilgerweges / Radlweges Richtung Pontebba, und wollte mal sehen wie weit ich komme.
Der Himmel wurde immer dunkler, und langsam fing es an zu tröpfeln. Ich hatte mit meinem Spezl Martl telefoniert, und der war vor ein paar Tagen in Pontebba in einer Pizzeria und übernachtete auch dort auf seiner Radtransalp. Ich steuerte also dieses Ziel an, um dann beim Mittagessen das nächste Ziel zu bestimmen.
Beim Mittagessen nahm mir der Himmel die Entscheidung ab: es fing an zu regnen, nein zu schütten.
Beim Mittagessen unterhielt ich mich sehr nett mit einem Italiener. Wir hatten etwas Sprachschwierigkeiten – sein Englisch war so gut wie mein Italienisch, aber mit einer Beimischung von Spanisch hatten wir ein nettes Gespräch. Danke noch für den Espresso!
Die Berge verschwanden im Regen… ich fragte also, ob noch ein Zimmer frei wäre – und schlief sofort ein… Offensichtlich brauchte mein Körper eine Pause.
Zum Abendessen gab es dann eine Pizza mit gemischten Salat – die Italiener haben das mit dem Essen einfach drauf…. Deutschland ist dagegen eine Wüste!
Hier zu unterbrechen war auch ganz offensichtlich die richtige Entscheidung.
Die nächsten Tage sieht es wieder besser aus – mal sehen wo ich morgen hinlaufe.
Da der Wetterbericht ziemlich mäßig war, entschloss ich mich gestern Abend mit dem Wandertaxi auf die Egger Alm zu fahren – nur so wäre es möglich das südliche, italienische Tal an einem Tag zu erreichen. Ich wollte nicht bei miesen Wetter auf einer Hütte in den Bergen festhängen, sondern wollte nach Malborgheto um alle Optionen offen zu haben.
Und so war der Tagesstart sehr entspannt. Ich nächtigte übrigens in einem Hotel, in dem schon Kaiser Franz Josef 1856 übernachtet hatte (war aber eher ein Beweis dafür, dass es nicht einfach ist, an der Spitze zu bleiben… würde sagen: War ok…)
Ich fuhr also mit dem Wandertaxi um 9:30 Uhr auf die Egger Alm – und hatte eine recht lustige Fahrt nach oben mit einer lokalen Wanderführerin und ihren beiden Gästen.
Insgesamt… war der Tag etwas anders wie geplant…. Erstmal ein nettes Kuhfoto (die sind nicht alle nett… dazu später mehr)
Es ging Richtung karnischen Hauptkamm… und die italienische Grenze wurde x-Mal an diesem Tag überschritten!
Endlich in Italien! Mein (inoffizielles…) Minimalziel. Erreicht!
Leider hat die Ecke eine recht traurige Vergangenheit – kaum zu glauben, wie dumm Menschen sein müssen sich hier gegenseitig umzubringen (1. Weltkrieg).
Der Weg zum Gipfel war nett.
Und oben auf dem Gipfel hatte ich einen herrlichen Ausblick!
Danach wurde der Weg… schwierig… der Weg durch den Wald war kaum zu finden. Doch schließlich landete ich an der Landesgrenze, und auch mein Ziel war ausgeschildert.
Der Weg danach war dann richtig beschissen… kaum zu gehen, ich musste unheimlich aufpassen. Zwar kein alpines Gelände, aber der Wald war sehr steil – was auf den Fotos aber nicht so rüber kommt.
Ich kämpfte mich durch den Wald, und kam, durch rot-weiße Markierungen geführt, an einer Kuhwiese heraus. Bei der Fahrt mit dem Wandertaxi hatte die Wanderführerin erzählt dass die Kühe schon abgetrieben wurden, und nur noch die Jungbullen auf der Alm sind. Und der italienische Jungebulle mochte mich offesichtlich nicht. Er kam in meine Richtung und schnaubte mich an.. (Sorry hier gibts keine Fotos, ich versuche mich da in Zukunft zu verbessern.)
Wieviel wiegt so ein Vieh? 300 kg? Ich querte vorsichtig und langsam die Wiese, löste meine Rucksackgurte, der Bulle lief mir schnaubend hinterher… Toll. Ich hab nen roten Rucksack. Sehe aus wie in einer Stierarena.
Letztlich schlug ich mich durch, kam auf eine Forststraße und laufe weiter bergab. Nur noch gut eine Stunde bis zu meinem Ziel.
Plötzlich kam ich an ein Schild… der Wanderweg von dem ich kam… gesperrt. Schön wenn das Schild nur unten ist. Der Wanderweg auf dem ich absteigen wollte… gespertt, Mist. Das werden 2-3 Stunden extra. Wurden es auch…
Ich lief, und lief und lief – und am Ende war ich in meinem Hotel – und hatte ein herrliches Abendessen!
Heute früh startete ich nach einem ausgiebigen Frühstück zum Bahnhof. Eigentlich wollte ich den Zug um 8:54 Uhr nehmen – aber ich wollte den Tag gemütlich angehen und nahm dann doch einen Zug später.
Ich fuhr vier Minuten mit Zug, um zu meinem eigentlichen Ausgangspunkt zu kommen – gestern hatte ich im Nachbarort Berg übernachtet, da den Tipp bekam, dass es in Greifenburg nichts vernünftiges zu Essen gäbe.
Nachdem ich gestern die Kreuzeckgruppe verlassen hatte, ging es heute also in die Gaitaler Alpen.
Nachdem ich die letzten Tage von sehr außergewöhnlicher Landschaft verwöhnt wurde, fühlte es sich heute eher wie bayrische Voralpen an…
Wie man sieht, war der Weg eher unspektakulär und ging über Forststraßen bis nach Hermagor, wo ich nach gut sechs Stunden ankam.
Hermagor ist wie eine Zeitmaschine… Das Fernsehprogramm im Hotel:
Und der Covid Zettelvordruck beim Asianten (Warum Asiate? Alles zu, alternative wäre ein Döner gewesen…) ist per Hand geschrieben. Asiatische Handarbeit. Naja, ich hoffe mal, das Essen ist genauso per Hand gemacht.